Das Wohngruppenkonzept der EAH

In den neueren Häusern der EAH sind die Pflegewohnbereiche bereits nach dem Wohngruppenkonzept gestaltet. In den anderen Häusern wird das Konzept an die vor Ort gegebenen Rahmenbedingungen angepasst und gemeinsam mit den Mitarbeitenden Schritt für Schritt eingeführt. Eine Projektgruppe hat Qualitätsstandards für die Einführung des Wohngruppenkonzepts in der EAH entwickelt:

 

Wohnmilieu

Die Seniorenzentren der EAH sind in Wohnbereiche eingeteilt. Ein Wohnbereich besteht in der Regel aus zwei Wohngruppen mit je 10 - 12 Bewohnern unterteilt, d. h. ein Wohnbereich verfügt über 20 - 24 Plätze. Eine große gemütliche Wohnküche mit Essbereich bildet das Herzstück des Wohnbereiches. Die Bewohner der Wohngruppen treffen sich hier zu den Mahlzeiten und für gemeinschaftliche Aktivitäten. Ein Wohnzimmer und/oder Sitzecken mit bequemen Sitzmöglichkeiten bieten zusätzlich Platz zum Sitzen, Spielen, Ausruhen.

 

Mahlzeiten in familiärer Atmosphäre, ohne Zwang selbst kochen zu müssen 

Das Mittagessen wird nicht auf Tabletts serviert, sondern geschöpft. Die Bewohner können aus den zwei angebotenen Gerichten und den Beilagen auswählen. Die Speisen werden von der Zentralküche der Evangelischen Altenheimat geliefert. Frühstück, Abendessen, Zwischenmahlzeiten sowie Nachmittagskaffee werden im Haus/ Wohnbereich gerichtet. Die EAH hat sich bewusst für dieses Organisationsmodell entschieden. Dadurch wird sichergestellt, dass das Essen professionell gekocht, altersgerecht und nährstoffreich ist. Bewohner und Mitarbeitende werden vor Überforderung geschützt. Kochen und Backen können als Aktivierung der Bewohner/innen zusätzlich genutzt werden, z. B. um gemeinsam einen Kuchen zu backen, einen Nachtisch zuzubereiten oder um ein besonderes Gericht zu kochen.

 

Mitarbeitende übernehmen Alltagsaufgaben, Bewohner können mitmachen

Alle Alltagsaufgaben wie z. B. Essen richten, putzen, Wäsche waschen werden grundsätzlich von Mitarbeitenden erledigt. Wenn sie möchten, können Bewohner/innen an Hausarbeiten beteiligt werden, z. B. beim Wäsche zusammenlegen, Blumen gießen, beim Tischdecken helfen.

 

Bewohner können mitbestimmen und mitgestalten 

Für Bewohner und Angehörige ist es wichtig, jederzeit eine erreichbare Ansprechperson zu haben. Die Wohnküche/der Servicebereich im Esszimmer ist daher tagsüber permanent mit einem/ einer Mitarbeiter/in besetzt. Die individuellen Wünsche der Bewohner/innen zur Gestaltung der Tagesstruktur, z. B. aufstehen, schlafen gehen, essen, Freizeitgestaltung werden - soweit möglich - berücksichtigt. Die Körperpflege erfolgt individuell, sensibel und bedürfnisorientiert. Es gibt einen 'geschützten' Außenbereich, der entweder jedem Wohnbereich zugeordnet oder für alle zugänglich ist. Bewohner/innen, die dies möchten, wird regelmäßiger Kontakt mit Tieren ermöglicht.

 

Multiprofessionelles Team mit klarer Zuordnung von Aufgaben und Verantwortung 

In den Wohngruppen arbeiten Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Hauswirtschafts-/ Servicekräfte und Alltagsbegleiter/Betreuungskräfte eng zusammen. Sie bilden das Wohnbereichsteam. Das Modell "Jede/r macht alles" kann zu einer Überforderung führen. Deshalb gibt es eine klare Trennung von Professionen und eine klare Zuordnung von Aufgaben und Verantwortung: Für jede Profession gibt es klare Aufgabenprofile und jede/r macht verlässlich, wofür er/sie gerade eingeteilt ist. Ein Einsatz im Bereich Pflege und Hauswirtschaft ist möglich, in der Regel aber nicht innerhalb einer Schicht. Um den Dienstplan zu gewährleisten, gibt es eine Regelung für die notwendige Vertretung im Krankheitsfall.

 

Qualifiziert und konzeptionell 

Alle Mitarbeitenden sind für die jeweiligen Aufgaben qualifiziert und erhalten kontinuierlich Schulung und Fortbildung. Pflegekonzept und Hygienekonzept werden im Alltag umgesetzt.